Genro Dai Oshō "Der Han"

Oft fragen uns Leute, was das Brett bedeutet. Hier einige Gedanke von Genro Dai Oshō dazu:

"Das Brett, das der Shoji beim Morgengrauen, am Abend und nachts bevor wir uns zurückziehen, anschlägt, wird Han genannt, das heißt Brett. Der Klang der Schläge geht wahrscheinlich jedem so durch Mark und Bein wie mir. Es ist ein durchdringender Schlag, ganz anders als die Glocke, die beim Zazen angeschlagen wird. Das Anschlagen des Hans ist immer ein Jetzt, Jetzt, Jetzt, die Glocke im Zazen ist wie eine Schmiere, die uns weggleiten lässt. Auf dem Han sind chinesische Schriftzeichen, die ungefähr lauten: „Geburt und Tod sind zwei wichtige Ereignisse. Die Zeit fliegt wie ein Pfeil, vergeudet sie nicht.“

Der Han wir angeschlagen am Wendepunkt von der Nacht zum Tag und vom Tag zur Nacht, d.h. am Wendepunkt von Ausdehnung zur Zusammenziehung und von Zusammenziehung zur Ausdehnung. Er soll uns daran erinnern, dass wir begrenzte Wesen sind. Alles, was in Erscheinung tritt - und wir sind auch nicht anders als ein Ding, das in Erscheinung getreten ist - hat einen Anfang und ein Ende. So hat auch unser Sesshin einen Anfang und ein Ende, und heute stehen wir gerade im Mittelpunkt. Das sind nur Gedanken kurz vor dem Schlafengehen..."

30. März 1988, Ostersesshin

"Man muss bereit sein zu sterben", ein Interview mit Genro Dai Oshō in Ursache & Wirkung

 

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